Programm Stadtumbau West    Intro Abstandshalter

In den Städten der alten Bundesländer zeichnet sich immer deutlicher ein Wandel der Bevölkerungs- und Wirtschaftsstruktur ab. Verluste an Unternehmen, Arbeitsplätzen und Einwohnern stellen die Kommunen auch in den alten Bundesländern vor die Herausforderung, sich an den demographischen und wirtschaftlichen Wandel anzupassen. Die Bundesregierung legte deshalb im Jahr 2004 das neue Städtebauförderungsprogramm Stadtumbau West mit Bundesfinanzhilfen in Höhe von 40 Millionen Euro auf. Die Bundesmittel sollen bis 2009 auf jährlich 76 Millionen Euro wachsen. Für 2008 stellte der Bund insgesamt 58 Millionen Euro zur Verfügung. Mit diesem Bund-Länder-Programm will der Bund die Städte in den alten Bundesländern dabei unterstützen, sich frühzeitig auf die notwendigen Anpassungsprozesse einzustellen. Ziel ist die Herstellung nachhaltiger städtebaulicher Strukturen auf der Grundlage von städtebaulichen Entwicklungskonzepten. Seit 2004 unterstützt das Programm Stadtumbau West mehr als 280 Kommunen bei der Bewältigung des Strukturwandels. Bis 2008 sind insgesamt 246 Millionen Euro Bundesfinanzhilfen für Stadtumbaumaßnahmen eingesetzt worden.

Bereits im Jahr 2002 hat die Bundesregierung mit der Unterstützung der Städte beim Stadtumbau in den alten Ländern begonnen und das ExWoSt-Forschungsfeld Stadtumbau West [Experimenteller Wohnungs- und Städtebau] gestartet. Der Bund stellte für das ExWoSt-Forschungsfeld Stadtumbau West in den Jahren 2002 und 2003 insgesamt 30 Millionen Euro zur Verfügung. Ziel dieses Forschungsvorhabens war es, übertragbare Strategien zur Lösung der Stadtumbauprobleme anhand von Pilotprojekten zu entwickeln. Mit Projektwerkstätten für die Pilotstädte wurde der Erfahrungsaustausch zwischen den Städten gefördert. Für ein breites Fachpublikum wurden fachöffentliche Foren durchgeführt, die eine Plattform für die fachliche und politische Diskussion des Themas "Stadtumbau West" boten. Der 2008 veröffentlichte Abschlussbericht zieht eine Bilanz im Forschungsfeld und ist auf der Internetpräsenz des Stadtumbau West veröffentlicht. Fazit des Berichtes ist unter anderem, dass die umgesetzten Impulsprojekte in den Pilotstädten eindrucksvoll die Bedeutung des Städtebaus bei der Bewältigung von Schrumpfung, Leerstand und Unternutzung belegen. Innerhalb von nicht einmal fünf Jahren haben in einigen Pilotstädten ganze Stadtquartiere ihr "Gesicht" verändert und mancherorts großflächige Industriebrachen neue Nutzungen gefunden. In Nordrhein-Westfalen waren die Städte Oer-Erkenschwick, Gelsenkirchen und Essen beteiligt. Detaillierte Informationen erhalten Sie hierzu unter www.stadtumbauwest.info.

In Nordrhein-Westfalen wurden seit 2006 über 40 Kommunen mit mehr als 50 Projekten in das Programm Stadtumbau West aufgenommen. Die größten Handlungsfelder stellen in Nordrhein-Westfalen die Reaktivierung und Umnutzung von Brachflächen, die Anpassung von Wohnungsbeständen sowie die nachhaltige Entwicklung von Innenstädten und Nebenzentren dar. Neben der Anpassung des Bestandes bietet das Programm gleichzeitig auch die Chance für die Weiterentwicklung von Stadtteilen und Städten. Die Ziele des Programms sind in den neuen §§171 a bis d BauGB und in der Verwaltungsvereinbarung zum „Stadtumbau West“ ausdrücklich festgeschrieben.

(Quellen: BMVBS, MBV NRW)