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14.04.2008

218 Millionen Euro für Investitionen in den Städtebau / Bauminister Wittke: Lebenswerte Städte brauchen starke Zentren, kurze Wege und regionale Kooperation
288 Vorhaben in 152 Städten und Gemeinden erhalten in diesem Jahr vom Land Fördermittel für Städtebauprojekte. Insgesamt sollen 218 Millionen Euro fließen. Dies teilte Bauminister Oliver Wittke bei der Vorstellung des Städtebau-Investitionsprogramms 2008 mit. Im Vorjahr umfasste das Programmvolumen 152 Millionen Euro. „Um die Städte fit für die Zukunft zu machen, müssen wir vor allem die Innenstädte stärken. Das verspricht dann Erfolg, wenn vor Ort übergreifende Konzepte erarbeitet werden und sich öffentliche und private Akteure gemeinsam engagieren“, erklärte Wittke. Städte und Stadtteile, die besonders vom wirtschaftlichen und demografischen Strukturwandel betroffen sind, profitieren von den Fördermitteln aus den Programmen „Soziale Stadt“ und „Stadtumbau West“. Dabei gibt es folgende Förderschwerpunkte: Stärkung der Innenstädte und Ortsteilzentren, Entwicklung von Brachflächen [156 Maßnahmen für insgesamt 77,5 Millionen Euro]; Soziale Stadt [76 Millionen Euro für 48 Projekte]; Stadtumbau West [60 Maßnahmen mit 64,5 Millionen Euro] und die REGIONALEN in Nordrhein-Westfalen [56 Vorhaben mit 36 Millionen Euro]. Weitere Informationen erhalten Sie hier.

„NRW goes Europe“ als Plädoyer für Europa ein voller Erfolg
Mehr als 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verfolgten die ausführlichen Präsentationen der geladenen hochrangigen Referenten. Unter den Teilnehmenden konnten auch Besucher aus verschiedenen europäischen Ländern begrüßt werden, die eigens für den Termin angereist waren. Die Veranstaltung ermöglichte den direkten Kontakt mit Vertretern der europäischen Kommission, des URBACT Sekretariats, des Bundeswirtschaftsministeriums und des Ministeriums für Bauen und Wohnen in NRW. Insbesondere von Herrn Jasper als Vertreter des MBV und von Frau Grandt von der Entwicklungsgesellschaft Duisburg wurde ein eindeutiges Plädoyer für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit der NRW-Kommunen auf europäischer Ebene gehalten und dabei die bisherigen, positiven Erfahrungen betont. Die ausführliche Dokumentation der Veranstaltung werden Sie in Kürze auf unserer Homepage vorfinden. Vorab können Sie hier aber schon die Power-Point-Präsentationen der einzelnen Referenten herunterladen.

Das Protokoll der Austauschplattform für QuartiersmanagerInnen ist nun online
Am 13. März 2008 trafen sich die QuartiersmanagerInnen aus den nordrhein-westfälischen Stadtumbaugebieten in Dorsten Wulfen-Barkenberg zum zweiten Mal vor Ort, um ihren Austausch untereinander fortzuführen. Der thematische Schwerpunkt lag diesmal auf der Gestaltung und Nutzung von Freiflächen, die vor allem im Rahmen von Stadtumbaumaßnahmen frei werden. Auch das Thema Zwischennutzung spielte dabei eine wichtige Rolle. Verschiedene Fachreferenten erläuterten unter anderem aus ihrer Praxiserfahrung, welche Anforderungen unterschiedliche Bevölkerungsgruppen an Grün- und Freiräume stellen, und auf welche Gestaltungselemente in diesem Zusammenhang besonders geachtet werden muss. Abschließend wurde noch ein Beispiel für eine gelungene Umnutzung einer Brachfläche vorgestellt, bei dem insbesondere das bürgerschaftliche Engagement der Bewohner ausschlaggebend war. Das ausführliche Protokoll der Austauschplattform finden Sie hier.

Aktionstag Sennestadt wirft seine Schatten voraus
Schon im Vorfeld des Aktionstages für die Bielefelder Sennestadt waren viele engagierte Bürger aktiv. So gab es zum Beispiel für die Jugendlichen SMS-Aktionen, bei denen sie einen Slogan für die Sennestadt dichten, oder aber auch einen Videoclip mit ihrem Handy drehen konnten. Nach den erfolgreichen ersten Workshops im November 2007 zu den Themenfeldern Wohnen, Arbeiten und Kultur/Soziales geht es nun darum, diejenigen Bevölkerungsgruppen anzusprechen, die bislang nicht erreicht werden konnten. Dazu gibt es am 12. April sechs dezentrale Veranstaltungen, die individuell auf die jeweilige Zielgruppe angepasst wurden. Die Innovationsagentur hat den Aktionstag inhaltlich vorbereitet und moderiert vier der sechs Events. Die Vorbereitungen wurden in enger Zusammenarbeit mit Vertretern des Steuerungskreises bewältigt, einem Gremium, das im Rahmen des kooperativen Quartiersentwicklungsprozesses eingerichtet wurde. Wir verweisen gerne auf die innovativ gestalteten Plakate der SMS-Aktion, die hier zum Downlaod bereitstehen. Auch die Presse versorgt die Bewohner der Sennestadt unentwegt mit neuen Informationen. Weitere Details zum Aktionstag gibt es hier in der Senne-Rundschau und ebenfalls hier im Online-Magazin Bielefeld Direkt.

Projekt der Woche: Zentrale Steuerung des Stadtumbaus durch eine GmbH aus Wohnungsgesellschaften – die Stadtumbau GmbH
Chemnitz ist wie viele deutsche Städte von sinkenden Bevölkerungszahlen geprägt. Dies bleibt nicht ohne Wirkung auf den Wohnungsmarkt, in vielen Fällen bedeutet dies eine Anpassung des Wohnungsbestandes an die aktuelle Situation. Vielfach muss dazu überzähliger, nicht mehr vermietbarer Bestand reduziert und zurückgebaut werden. Die fünf größten Wohnungsunternehmen der Stadt schlossen sich daher im Jahre 2001 zusammen und gründeten eine GmbH, um die Folgen dieser Entwicklungen so gut wie möglich abzufedern. Ein gemeinsamer Wohnpool als einer der Vorzüge der neuen GmbH hilft den einzelnen Unternehmen, geeignete Ausweichquartiere für vom Rückbau betroffene Mieter zu finden. Die ausführliche Beschreibung des Gesamtprojektes und weitere Kontaktmöglichkeiten finden Sie hier wie gewohnt auf unserer Homepage.

Tagung: Ergebnisse der landesweiten Evaluation der Sozialen Stadt in NRW
Im Rahmen der landesweiten Evaluierung der Sozialen Stadt Gebiete sind nun zwei mehrjährige Studien fertig gestellt worden, die das Städtenetz Soziale Stadt NRW präsentieren und zur Diskussion stellen möchte. Das Institut für Stadtforschung und Strukturpolitik, Berlin, in Zusammenarbeit mit der Universität Duisburg-Essen, hat eine Analyse qualitativer Prozesse bei der Umsetzung des Programms Soziale Stadt NRW vorgelegt. Im Vordergrund stand die Frage, wie die integrierte Projektentwicklung, Steuerung und Organisation funktionieren. Besonders untersucht wurden die Formen und der Ertrag der Bewohneraktivierung sowie der Wandel des Images der Gebiete. Für die Studie „Kontextindikatoren zur Stadtteilanalyse in der Sozialen Stadt NRW „ zeigt sich Prof. Dr. Strohmeier zusammen mit Herrn Kersting und Frau Triesch [Ruhr Universität Bochum] verantwortlich. In zahlreichen Einzelanalysen sind Besonderheiten, Parallelen und Zusammenhänge zwischen Stadtteilen aufgezeigt worden, die ein beispielgebendes Instrumentarium für die Auswahl und Beobachtung der Gebiete darstellen. Das landesweite Evaluationskonzept mit verschiedenen Bausteinen ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, dem ILS – Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung sowie dem Städtenetz Soziale Stadt NRW. Weitere Details zur Veranstaltung des Städtenetz Soziale Stadt NRW am 16. Mai in Essen können Sie hier nachlesen.

Fachtagung: Neue Instrumente der Innenentwicklung
Durch das „Gesetz zur Erleichterung von Planungsvorhaben für die Innenentwicklung der Städte“ wurde das BauGB um neue Instrumente ergänzt. Von besonderer Bedeutung für die Planungspraxis sind die neuen Instrumente zur Steuerung der Innenentwicklung sowie Instrumente zur Steuerung privater Initiativen der Stadtentwicklung nach § 171 f BauGB. Während der B-Plan alle Erwartungen des Bundesgesetzgebers voll erfüllt hat und als Standardverfahren der Bebauungsplanung eingesetzt wird, sind B-Pläne zur Steuerung zentraler Versorgungsbereiche bisher wenig zur Anwendung gekommen, da der Anwendungsbereich, die Regelungstiefe und die notwendigen planerischen Konzepte noch eine Vielzahl von Fragen aufwerfen. Der § 34 BauGB zählt auch weiterhin zu den bevorzugten Instrumenten der Vorhabenszulassung, weil er schnell, ohne Öffentlichkeit und scheinbar „flexibel“ anwendbar erscheint. Mit der neuen erweiterten Befreiungsregelung nach § 34 (3a) BauGB könnte der Anwendungsbereich noch ausgeweitet werden. Die Tagung zeigt daher die Voraussetzungen, die Anwendungsbereiche und die Anforderungen an diese neuen Instrumente zur Steuerung der Innenentwicklung durch erste praktische Überlegungen aus den beteiligten Städten auf, und diskutiert die Chancen und möglichen Risiken dieser Pläne. Gegenstand der Tagung sind rechtliche Einschätzungen, Erfahrungsberichte und Beispiele zur Anwendung dieser neuen Instrumente. Weitere Informationen zur Tagung des Instituts für Städtebau der deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung am 5. Mai in Düsseldorf sowie weitere Termine finden Sie hier.

Vortrag: Die Geografie und die Effekte der kreativen Klasse – Empirische Evidenz für Deutschland und Europa
Dieser Beitrag aus der SURF-Veranstaltungsreihe „Metropolregionen in der Wissensökonomie“ beschäftigt sich mit der räumlichen Verteilung und den Effekten der kreativen Klasse in Deutschland sowie in anderen europäischen Ländern. Dabei geht zunächst um die Bestimmungsgründe der Anteile von Menschen in kreativen Berufen in einer Region. In diesem Zusammenhang steht die Frage im Vordergrund, welche Faktoren für die Standortwahl solcher Menschen von Bedeutung sind. Darauf aufbauend sollen einige der von Richard Florida in seinem Buch „The Rise of the Creative Class“ aufgestellten Hypothesen zu den Effekten der Kreativen auf die Regionalentwicklung empirisch getestet werden. Weitere Informationen zur Veranstaltung des Instituts für Raumplanung der Universität Dortmund [IRPUD] am 7. Mai in Dortmund erhalten Sie hier.

Buch: Infrastruktur und Daseinsvorsorge in der Fläche
Wasser, Strom, Telefon, Kindergarten, Schule und Krankenhaus scheinen überall in Deutschland als "Daseinsvorsorge" der öffentlichen Hand selbstverständlich. Die Kassen der öffentlichen Hand sind aber zunehmend knapper ausgestattet, es werden zusätzlich immer mehr einstmals staatliche Leistungen von Privatunternehmen erbracht und in manchen Räumen schrumpft die Bevölkerung bis zur kritischen Grenze der Tragfähigkeit von Einrichtungen. Gilt unter diesen Bedingungen noch das Prinzip der gleichwertigen Lebensverhältnisse inklusive seiner flächendeckenden Infrastrukturgarantie? Das Heft „Infrastruktur und Daseinsvorsorge in der Fläche“ vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung [BBR] gibt einen Überblick über die rechtlichen Grundlagen der Daseinsvorsorge allgemein sowie einzelner Versorgungsbereiche und setzt sich mit der Frage auseinander, wie die Versorgungssysteme unter den veränderten Rahmenbedingungen bürgernah umgestaltet werden können. Weitere Informationen zum Heft sowie die Möglichkeit es zu bestellen finden Sie hier.