News Service Abstandshalter

15.11.2010

Aktualisierte Beschreibung von drei weiteren nordrhein-westfälischen Stadtumbauprojekten online
In dieser Woche haben wir erneut drei Projektbeschreibungen zu den Maßnahmen des nordrhein-westfälischen Stadtumbaus in aktualisierter Fassung online gestellt. Die Projektbeschreibungen zeigen exemplarisch die Herausforderungen, vor denen der Stadtumbau in den Zentren und Nebenzentren der nordrhein-westfälischen Städte steht und wie mithilfe verschiedener ortsspezifischer Maßnahmen und Konzepte eine Sicherung und Attraktivierung der Zentren gelingen kann. Das Beispiel des Bahnhofsquartiers Hamm verdeutlicht, wie mit öffentlichen Investitionen ein entscheidender Impuls zur Revitalisierung der Innenstadt gesetzt werden konnte. Die Stadt Kreuztal erhöht die Aufenthaltsqualität in ihrem Stadtzentrum durch die Umgestaltung der Brachfläche am Heugraben zu einer Freizeit- und Grünfläche. Und in Siegen wird das Nebenzentrum Geisweid durch verschiedene Umbaumaßnahmen, die in Kooperation von städtischen und privaten Akteuren sowie der Bewohnerschaft umgesetzt werden, langfristig gesichert und gestärkt.

Neue Internetseite zur Aktivierung der Stadtteilbevölkerung in Remscheid Stachelhausen online
David R. Froessler, Leiter der Innovationsagentur Stadtumbau NRW, betreut als ehrenamtlicher Quartiers-Coach den Remscheider Stadtteil Stachelhausen, in dem die kommunale Finanzkrise dazu geführt hat, dass die geplanten und dringend notwendigen Stadtumbaumaßnahmen zunächst nicht begonnen werden können. Ziel dieser ehrenamtlichen Unterstützung für Stachelhausen ist es, die Zeit des Stillstands im Hinblick auf die Maßnahmen der Städtebauförderung zu nutzen, um die Quartiersbevölkerung zu aktivieren, ein stärkeres Verantwortungsbewusstsein für den eigenen Stadtteil zu schaffen und Selbsthilfestrukturen aufzubauen, die kein Ersatz für Fördermittel sein sollen, die aber bereits erste Verbesserungen auf den Weg bringen und das Quartier auf mögliche zukünftige Maßnahmen der gebietsbezogenen Stadterneuerung und deren Werterhalt vorbereiten. Zur Aktivierung der Quartiersbevölkerung für die geplanten zielgruppenorientierten „Zukunftsschmieden“ in Remscheid Stachelhausen wurde eine neue Quartiersplattform entwickelt, die nun online ist. Sie wird im Laufe der nächsten Wochen um ein „Virtuelles Jugendzentrum“ ergänzt – eine nachgelagerte Internetpräsenz für Jugendliche, die durch Sprache, Design und Mitmachformen auch die jüngeren Quartiersbewohner ansprechen und zu eigenem Engagement für die Zukunft ihres Stadtteils motivieren soll. Zu dieser neuen Internetpräsenz mit Informationen zur Situation in Remscheid Stachelhausen und den geplanten Zukunftsschmieden gelangen Sie hier.

Projekt der Woche: Wohnhochhaus Siloetten – Umnutzung eines ehemaligen Getreidesilos zu einem attraktiven Wohnhochhaus
Jahrzehntelang diente ein Silo in der nördlich von Aarhus gelegenen Kleinstadt Løgten zur Lagerung von Getreide. Das Silo gehörte einer örtlichen Kaufmannsfamilie, die ein internationales Architekturbüro mit dem Umbau des brachgefallenen Gebäudes beauftragte. Der Eigentümerfamilie ging es vor allem darum, das Gebäude dauerhaft als Landmarke für den Ort zu erhalten. Durch die Sprengung eines Drittels des Silos und den anschließenden Anbau eines Vielfachen des Volumens an den verbliebenen Baukörper konnten insgesamt 21 hochwertige, zwischen 90 und 220 Quadratmeter große Wohnungen in einem Wohnhochhaus realisiert werden. Durch diese bauliche Erweiterung des Gebäudes und die Integration in einen Neubau konnten eine wirtschaftlich rentable Umnutzung des ehemaligen Silos zu attraktiven Wohnungen sowie die gestalterische Aufwertung der Landmarke erreicht werden. Eine ausführliche Beschreibung dieses innovativen Umnutzungsprojekts finden Sie hier.

Online-Publikation zu „Eigentümerstandortgemeinschaften im Stadtumbau“
Im ExWoSt-Forschungsfeld "Eigentümerstandortgemeinschaften im Stadtumbau" [ESG] erprobt das Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung [BBSR] in fünfzehn Modellvorhaben, welchen Beitrag das bisher wenig verbreitete Instrument der ESG zur Lösung von Stadtumbauaufgaben leisten kann. Eine ESG ist ein Zusammenschluss von Eigentümern benachbarter Immobilien, die das Ziel haben, durch gemeinsame Aktivitäten die Qualität des Quartiers und die Verwertungschancen ihrer Immobilien zu verbessern. Die nun in der Reihe ExWoSt-Informationen erschienene Publikation mit dem Titel „Eigentümerstandortgemeinschaften im Stadtumbau. Zwischenbilanz: Erste Maßnahmen und Erfolge“ berichtet über konkrete Maßnahmen und erste Erfolge der Modellvorhaben. Die Beschreibungen der konkreten Projekte verdeutlichen, welche Aufgaben die einzelnen ESGs sich selbst gestellt haben und wie sie für ihr jeweiliges Quartier arbeiten. Diese aktuelle Veröffentlichung des BBSR steht Ihnen hier als kostenloser Download zur Verfügung.

Ausstellungseröffnung “Private Fotoarchive aus Recklinghausen Süd“
Durch den Emscher-Umbau befindet sich das Emschertal in landschaftlicher, kultureller, sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht seit Jahren im Wandel. Dabei gibt es sichtbare und unsichtbare Prozesse, Veränderungen, die sich sofort erschließen und andere, die langer Beobachtung und Auseinandersetzung bedürfen. Fotografie kann in diesem Prozess nicht nur dokumentieren, sie kann neue Denkanstöße geben, tausendmal Gesehenes in ein neues Licht rücken und Unsichtbares sichtbar machen. Ungewohnte Sichtweisen auf den Stadtteil zu erschließen, war auch das Ziel des zweitägigen Workshops zum Thema „Private Fotoarchive“ im Rahmen von BRIDGES  im Juli diesen Jahres. Im Mittelpunkt der Arbeit der Künstlerin Uschi Huber [Köln] mit Bürgerinnen und Bürgern aus Recklinghausen-Süd standen deren eigene fotografische Dokumente, persönliche Beobachtungen und private Schnappschüsse. Präsentiert werden die Arbeitsergebnisse nun in einer sechswöchigen Ausstellung im Stadtteilbüro Recklinghausen Süd / Grullbad. Die Eröffnung dieser sehr spannenden und interessanten Ausstellung findet am Freitag, den 19. November 2010, um 10.00 Uhr statt. Unter diesem Link können Sie sich bereits vorab über das „Fotoprojekt Emscher Zukunft“ informieren.