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17.08.2009

Der Abriss beginnt: Aufbruch durch Abbruch in Kamp-Lintfort

Am vergangenen Freitag konnte die Stadt Kamp-Lintfort einen wichtigen Etappensieg in ihrem anspruchsvollen Stadtumbau West Projekt zur qualitätvollen Entwicklung ihrer Innenstadt feiern. Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt, Bauherr Ten Brinke und Landrat Dr. Ansgar Müller konnten vor den Augen der zahlreich erschienenen Kamp-Lintforter Bürger den Startschuss für den Abriss der ersten beiden Weißen Riesen geben. Nicht nur Freibier und kostenlose Brezeln waren ein Grund zur Freude für die Bürger der Stadt. Vor allem die Aussicht, dass Dank der Fördermittel des Landes Nordrhein-Westfalen aus dem Programm ‚Stadtumbau West’ die ersten beiden Weißen Riesen bis zum Ende des Jahres verschwunden sein werden und dass ihnen im nächsten Jahr der dritte folgen wird, waren Grund zu Freude und Optimismus: Denn an dieser Stelle wird die Ten Brinke Groep B.V. dann eine Investition in Höhe von 22 Millionen Euro realisieren und für die Kamp-Lintforter Innenstadt ein architektonisch und städtebaulich hochwertiges neues Einkaufszentrum bauen – zugleich Auftakt für eine umfangreiche Aufwertung und Neugestaltung des öffentlichen Raums durch die Stadt Kamp-Lintfort. Die Reportage der Innovationsagentur Stadtumbau NRW zu dieser Veranstaltung finden Sie hier.

Stadtumbau Tossehof: Weitere Ladeneröffnungen im Tossehof
In Zusammenarbeit mit der kommunalen Jugendberufshilfe wird am 19. August 2009 im Ladenzentrum des Stadtumbauquartiers Tossehof das neue Geschäft „Be-Qu Moden“ eröffnet. „Be-Qu“ steht dabei für Beschäftigung und Qualifikation. Gemeinsam mit dem Integrationscenter für Arbeit erhalten Arbeitslose hier eine sinnvolle Tätigkeit. Zugleich profitieren die Bewohner und Bewohnerinnen im Tossehof von zwei guten Angeboten: Attraktive Second-Hand Bekleidung sowie ein Fahrradverleih, um Fahrten in die City oder ins Grüne, z.B. über die Erzbahntrasse zum Tierpark „Zoom“, zu ermöglichen. Finanziert wird das Projekt unter anderem durch das Programm „Stärken vor Ort“. Mit diesem Programm werden aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Projekte aus den Schwerpunkten Jugend- und Gleichstellungspolitik gefördert. Weitere Details zur Eröffnung finden Sie hier.

Projekt der Woche: Heikonaut
Abriss als einziger städtebaulicher Ausweg für ein leerstehendes Kindergartengebäude? Dass auch andere Lösungen möglich sind, zeigt das Projekt Heikonaut im Berliner Bezirk Lichtenberg. Ein Künstlerkollektiv belebt das Gebäude auf kreative Art und Weise wieder. In einer leerstehenden Kindertagesstätte in Berlin-Lichtenberg wurde auf Initiative des Unternehmens „Anschlaege.de“ ein Existenzgründerzentrum etabliert. Es richtet sich an Unternehmen und Personen der sogenannten Creative Industries [z.B. Modedesigner, Fotografen, Kommunikationsdesigner, etc.]. Weitere Details zu diesem spannenden Ansatz finden Sie hier.

Veröffentlichung und Präsentation: „Vom Nutzen des Umnutzens“
Denkmalgeschütze Gebäude sind stadtbildprägend, identitätsstiftend, ein Stück Architekturgeschichte und somit Teil des kulturellen Gedächtnisses unserer Gesellschaft. Auch wenn sie oft wegen sich wandelnder Anforderungen nicht mehr gemäß ihrer ursprünglichen Bestimmung genutzt werden und ihr Funktionsverlust die Existenz in Frage stellt, bringen Sanierung und Umbau solcher Bausubstanz innovative Raum- und Nutzungslösungen hervor. Viele dieser Denkmäler machen Mut, alte Substanz neu zu nutzen. Die nun vorliegende Publikation mit dem Titel „Vom Nutzen des Umnutzens“ veranschaulicht anhand von rund 80 guten Beispielen die gelungene Umnutzung denkmalwerter Bausubstanz und möchte damit die Bedeutung des Erhalts unseres baukulturellen Erbes einer breiteren Öffentlichkeit bewusst machen. Weitere Informationen zur öffentlichen Buchpräsentation am 20. August in Düsseldorf erhalten Sie hier.

Seminar: Qualifizierte Städtebauliche Dichten – Lernen aus neuen Stadtquartieren
Städte sind die Keimzelle von wirtschaftlicher und sozialer Innovation und damit der Motor für die wirtschaftliche Entwicklung insgesamt. Die ‚Renaissance der Städte’ wird neuerdings wieder als programmatisches Ziel ausgerufen. Eine damit einhergehende qualifizierte Dichte stellt Anforderungen an die soziale und technische Infrastruktur genauso wie an die Entwicklung der Landschaft in der Stadt und die Vermeidung von Umweltbelastungen. Im vergangenen Jahrzehnt sind zahlreiche neue Stadtquartiere, vorwiegend für Wohnnutzung, entstanden, die im jeweiligen Stadtgefüge große Aufmerksamkeit erregen und Bedeutung haben. Trotz höherer Dichten werden hier städtebauliche Qualitäten geschaffen, die für die gesamtstädtische Entwicklung richtungweisend sein können. Aufgabe des Seminars wird es sein, aus den Erfahrungen des „neuen Städtebaus“ zu lernen und die Leitlinien einer qualitätsvollen Dichte unter sich ändernden Rahmenbedingungen anzupassen, um die Städte attraktiv und zukunftsfähig weiter zu entwickeln. Weitere Einzelheiten zum Programm der Veranstaltung des Difu am 17. und 18. September in Berlin erhalten Sie hier.

Seminar: Stadt und Boden – Potsdamer Tage zur Bodenpolitik
Grund und Boden sind eine Voraussetzung für die Entwicklung der Städte - ohne verfügbaren Boden gibt es keine Stadtentwicklung, keine Entwicklung von Wohnbaugrundstücken und keine Wirtschaftsentwicklung. Der deutsche Bodenmarkt kann den Anspruch, für jede akzeptable Nutzung ein geeignetes Grundstück am richtigen Ort zu einem vernünftigen Preis zur Verfügung zu stellen, in vielen Fällen nicht erfüllen. Planimplementierung findet deshalb nicht immer an den eigentlich stadtplanerisch geeigneten Standorten statt. Neue Herausforderungen für eine bodenpolitische Debatte kommen hinzu, wie z.B. die Steuerung in schrumpfenden Städten, rechtliche Grundlagen der Steuerung oder die Vermeidung von perforierten Städten. Eine erfolgreiche Stadtentwicklung und auch nachhaltige "Stadtbaukultur" setzen eine enge Verzahnung von Stadtplanung und Boden-/ Flächenmanagement voraus. Weitere Details zur Veranstaltung des vhw am 17. und 18. September in Potsdam erhalten Sie hier.

Baukultur Salon: Porto 2001 & Guimarães 2012: Kulturelle Infrastrukturen - Bauliche Zeichen oder Kulturprogramm?
Die kommende Diskussion im 12. Baukultur Salon mit Porto 2001 und Guimarães 2012 konzentriert sich auf die kulturellen Infrastrukturen, die Dank der Kulturhauptstadtinitiative entstehen können. Die unter UNESCO-Welterbeschutz stehende Hafenstadt Porto liegt an der Mündung des Douro in den Atlantik. Sie ist die wichtigste Industrie- und Handelsstadt, aber spätestens seit dem Kulturhauptstadtjahr 2001, nach einer weitreichenden Stadtsanierung und dem Bau der „Casa da Musica“, auch ein bedeutendes kulturelles Zentrum Portugals. Ebenfalls auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes steht die Altstadt von Guimarães. Nordöstlich von Porto gelegen, trägt „Die Wiege der Nation“ im Jahr 2012 den Titel Kulturhauptstadt Europas. Weitere Informationen zur Veranstaltung am 10. September im stadtbauraum Gelsenkirchen erhalten Sie hier.