Neues Stadtquartier Friedrich Heinrich

© Abbildung: Stadt Kamp-Lintfort

Mit dem Bergwerk West hat das letzte noch verbliebene Bergwerk am linken Niederrhein am 21. Dezember 2012 die Förderung eingestellt. Die Schachtanlage Friedrich Heinrich liegt auf Flächen, die keilförmig in den Siedlungskern von Kamp-Lintfort hereinragen. Die Zeche war nicht nur wesentlicher Teil des Arbeitslebens in Kamp-Lintfort, sie ist auch die räumliche Mitte der Stadt. Mit einer Flächengröße von fast 40 ha ist die Revitalisierung und Integration dieser Fläche in die Siedlungsstruktur eine maßgebliche Zukunftsaufgabe der Stadt Kamp-Lintfort, die sowohl Auswirkungen auf die angrenzenden Siedlungsbereiche als auch auf die Infrastruktur der Gesamtstadt haben wird. Neben der zentralen Schachtanlage fallen weitere Betriebsflächen brach: unmittelbar südlich an die zentrale Schachtanlage angrenzend der Kohlenlagerplatz Norddeutschlandstraße sowie das Areal um die Schachtanlage Rossenray.

Zur Nachnutzung dieser umfangreichen Brachflächen wurde am 15. Oktober 2013 durch den Rat der Stadt Kamp-Lintfort ein Masterplan als Rahmen- und Nutzungskonzept für die zukünftige Entwicklung des Bergwerk-West Areals beschlossen. Er sieht die folgenden Kernelemente vor:

  • die Bildung von vier städtebaulichen Clustern entlang der Friedrich-Heinrich-Allee,
  • die Nutzung der östlichen Bahntrasse für die Niederrheinbahn,
  • die stufenweise Entwicklung der Fläche mittels einer „Natur auf Zeit"-Strategie und
  • die Schaffung von städtischem Freiraum mit unterschiedlich gestalteten und nutzbaren Flächen.

Aktuell werden große Teile der Fläche für eine Landesgartenschau umgestaltet, die hier im Jahr 2020 stattfinden wird. Nach der Landesgartenschau soll der neue Zechenpark öffentlich zugänglich gemacht werden.

Auf dem ca. 15 ha großen westlichen Areal wird ein neues urbanes Wohnquartier entstehen, das sich qualitätsvoll in die angrenzenden Siedlungs- und Freiraumstrukturen integriert und das Stadtgefüge ergänzt. Wichtige Bezugspunkte für das neue Baugebiet sind die innenstadtnahe Lage, die ehemaligen Bestandsbauten der Zeche an der Friederich-Heinrich-Allee, die zum Teil aktuell bereits umgenutzt werden sowie die unmittelbare Nähe zu der großzügigen neuen Parkanlage.

Durch eine räumlich und funktional sinnvolle Gliederung der neuen Quartiersstruktur soll eine Ost-West-Verbindung zwischen der Beamten- und der Altsiedlung hergestellt werden, damit die bisher getrennten Stadtteile zusammenwachsen können. Das Hauptaugenmerk liegt auf einem ortsförderlichen Bebauungskonzept, das die Nachfrage nach unterschiedlichen Wohnraumansprüchen berücksichtigt, um hierdurch ein vielfältiges Angebot für unterschiedliche Zielgruppen zu schaffen.

Besonderer Wert wird auf die Bildung von Quartieren und Nachbarschaften gelegt, in denen das Miteinander der Bewohner durch Möglichkeiten zur Begegnung sowie zur Interaktion gefördert wird. Und nicht zuletzt werden ebenso gestalterische Ansprüche an das Bebauungskonzept formuliert, um sicherzustellen, dass ein Stadtquartier mit einer hohen städtebaulichen Qualität entsteht.

Weiterführende Informationen: www.kamp-lintfort.de/de/wirtschaft/masterplan-bergwerk-west/

2019-08-23T14:18:31+02:00