Rheinische Straße

© Stadt Dortmund | Daniel Sandrowski

Das Stadtumbaugebiet Rheinische Straße, das im Laufe des Programms zum Unionviertel wurde, ist 155 ha groß und hat ca. 10.000 Bewohnerinnen und Bewohner. Es liegt im Stadtbezirk Innenstadt-West und reicht vom Wall bis zur Emscher. Die Ausgangssituation im stark verdichteten Viertel war durch einen hohen Sanierungsbedarf des Gebäudebestandes, eine überdurchschnittliche Leerstandsquote, funktionale Defizite [z. B. fehlende Spielangebote für Kinder] und eine durch großflächige Brachen gesäumte Eingangssituation geprägt. Das heterogene Quartier hatte keinen eigenen Namen und ein schlechtes Image. Es war kein gebündeltes Engagement für das Quartier festzustellen.

Durch die Verknüpfung öffentlicher Gelder sowie privater Investitionen sollten Entwicklungsimpulse gesetzt werden. Ausgehend vom Kulturhauptstadtjahr 2010 und der damit verbundenen Neuentwicklung der Fläche der ehemaligen Union-Brauerei wurden flankierend durch das Stadtumbauprogramm 29 Einzelmaßnahmen im Quartier umgesetzt.

So hat sich in den vergangenen Jahren das Erscheinungsbild des Viertels verbessert. Der Eingangsbereich des Quartiers rund um den U-Turm und den Knotenpunkt Westentor wurde neu strukturiert. Auf der Brache der ehemaligen Union-Brauerei ist ein Zentrum für Kunst und Kreativität und Deutschlands größter Schulstandort entstanden.

Der Westpark ist durch neue Angebote [z. B. Spielplätze] nutzbar gemacht worden. An zahlreichen Ecken des Quartiers sind Wandmalereien entstanden. Diese sind zu einem Aushängeschild des Viertels geworden. Kreativ-künstlerische Nutzungen haben darüber hinaus dazu beigetragen, dass es im Viertel kaum noch leer stehende Ladenlokale gibt und dass sich dieses als Kreativquartier etabliert hat.

Der Stadtumbau hat zu einer erhöhten Investitionsbereitschaft der Immobilieneigentümerinnen und -eigentümer im Quartier beigetragen. Die Aufwertungen im öffentlichen Raum und der Imagewandel haben zu einer höheren Nachfrage geführt.

Im Zuge eines gezielten Stadtteilmarketings ist es gelungen, dem Viertel nicht nur einen neuen Namen [Unionviertel] zu geben, sondern auch das Image positiv zu beeinflussen.

Der Stadtumbau und die Veränderungen im Quartier wurden nicht allein durch die Stadterneuerung umgesetzt. Neben weiteren städtischen Ämtern und Auftragnehmerinnen und Auftragnehmern, die die Projekte im Quartier umsetzten, waren zahlreiche Akteure aus dem Unionviertel beteiligt. Es ist gelungen, ihren Blick auf die Probleme des Quartiers zu lenken und eine Engagementbereitschaft für das Viertel zu wecken. Es sind Initiativen entstanden, die sich auch nach dem Stadtumbau weiter für das Unionviertel einsetzen wollen. Die Akteursgemeinschaft ist breiter und gemeinschaftlicher geworden, die aber auch weiterhin auf Unterstützung angewiesen sein wird.

Das Unionviertel hat sich in den elf Jahren Stadtumbau gewandelt. Damit die Verbesserungen Bestand haben, wird es darauf ankommen, dass auch weiterhin ein besonderes Augenmerk auf dem Viertel liegt und die aufgewerteten öffentlichen Räume durch einen entsprechenden Pflegezustand weiterhin positiv auf das Viertel ausstrahlen.

Weiterführende Informationen: www.dortmund.de/de/leben_in_dortmund/planen_bauen_wohnen/stadterneuerung/projekte_stadterneuerung/stadtumbau_rheinische_strasse/start_rheinische_strasse/index.html

2019-09-16T13:14:24+02:00