Wulfen-Barkenberg

© Stadt Dorsten

Der im Jahr 2006 mit der Eröffnung eines Stadtteilbüros in Wulfen-Barkenberg begonnene und mittlerweile abgeschlossene Stadtumbau war weitgehend durch Abbruch, Rückbau und Modernisierung von Wohngebäuden sowie die Aufwertung des Wohnumfeldes geprägt. Er beruhte auf einem die einzelnen vorgesehenen Maßnahmen vernetzenden Handlungs- und Entwicklungskonzept, aus dem städtebauliche Maßnahmenpläne abgeleitet worden sind. Viele Teilmaßnahmen dieses Konzeptes wurden umgesetzt, einige aber auch verworfen. Die Maßnahmenpläne wurden regelmäßig den neuen Anforderungen, das heißt auch den finanziellen Möglichkeiten, angepasst. Ziel war, den städtebaulichen und sozialen Missständen im Stadtteil durch umfassende Entwicklungsmaßnahmen zu begegnen.

Mit dem aus den vorangegangenen Analysen abgeleiteten Maßnahmenbündel wurde beabsichtigt, unter Beibehaltung der städtebaulichen Grundstrukturen der „Neuen Stadt Wulfen“ [wie z.B. der Trennung von Kfz-, Fußgänger- und Radverkehr und der Durchgrünung der Hausgruppen]

  • durch Auflösung der vorhandenen Barrieren einer hohen Bebauung mittels Gebäudeabbruch und Gebäuderückbau,
  • den Rückbau überdimensionierter Straßenquerschnitte sowie
  • die Aufwertung des Wohnumfeldes und Neugestaltung von Grünflächen

eine neue Durchlässigkeit im Quartier herzustellen. Gleichzeitig war damit die Absicht verbunden, den Wohnungsmarkt von überzähligen Wohnungen zu entlasten und die Sozialstruktur des Quartiers zu stabilisieren.

Die erste Phase des Stadtumbaus bestand 2007 im Wesentlichen aus dem Abbruch von 244 Wohnungen der damaligen LEG Wohnen GmbH an der Dimker Allee 35 bis 79 [Baugruppe Marschall]. Die achtgeschossigen Gebäude waren durch erhebliche bautechnische Mängel gekennzeichnet; rund die Hälfte der Wohnungen stand leer. Einbezogen in diese ersten Abbruchmaßnahmen wurden die baulich abgängige städtische Kindertagesstätte Himmelsberg sowie aufgrund abnehmender Schülerzahlen die städtische Barkenbergschule [„Blaue Schule“]. Weitere Abbruchmaßnahmen im Bestand folgten. Auf dem Grundstück der „Blauen Schule“ wurde in den Folgejahren ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt mit 32 Wohnungen realisiert. Maßnahmen zur Aufwertung des Wohnumfelds waren ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil des Stadtumbaus zwischen den Jahren 2007 und 2014. Die damit verbundenen grundsätzlichen Leitziele mündeten in ein zusammen mit Barkenbergs Bürgern umgesetztesGrünkonzept mit neuem Grünflächenmanagement.

Der Stadtumbau 2006 – 2014 in Barkenberg und die 2015 zusammen mit der Regionale 2016 zur weiteren Quartiersanpassung im westlichen Münsterland entstandene Workshop-Reihe „HausAufgaben in Barkenberg“ waren wesentliche Grundlage für die Einbeziehung der Stadt Dorsten in den InnovationCity Rollout. Von 60 Bewerbern wurde 2016 das Quartier Wulfen-Barkenberg zusammen mit 19 weiteren Stadtquartieren der Region in den Ausrollprozess einbezogen. Der Entscheidung der Fachjury, Barkenberg zu fördern, lag vor allem die eigene Siedlungscharakteristik mit ihren Alleinstellungsmerkmalen zugrunde:

  • die Wärmeversorgung mit Strom,
  • die individuelle Bebauungsstruktur mit verschiedenen Gebäudetypen und Bauformen,
  • der Stadtumbau mit umfangreichen Erneuerungs- und Aufwertungsmaßnahmen,
  • die Bestrebungen der Stadt zur Revitalisierung des Gebäudebestands der 1960er- und 70er-Jahre,
  • die hohe Identifikation einer weitgehend standorttreuen Bevölkerung mit ihrem Stadtteil,
  • das hieraus sich entwickelte engmaschige Kommunikationsnetz mit einer aktiven selbstorganisierten Stadtteilkonferenz.

Weiterführende Informationen: http://stadtumbau-barkenberg.de

2019-08-23T14:09:24+02:00